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  • Anja Marwitz

Tag 9 Around Norway

Bergfest hoch³


Ja, genau zwischen diesem See und diesem Berg geht unsere Straße entlang - besser geht's nicht :-D?

Wir sind heute nach dem Hammertag gestern guter Dinge und einigermaßen im Zeitplan, was sich an den ersten Tagen eher als schwierig rausgestellt hatte. Es hilft einfach, wenn es nicht wie aus Eimern schüttet und man volle Möhre Gegenwind hat! Da wir jetzt nicht mehr Richtung Westen, wie von Oslo nach Bergen, sondern Richtung Norden, von Bergen nach Trondheim, unterwegs sind, steht die Hauptwindrichtung schonmal nicht mehr direkt in unseren Gesichtern, und auch dieses fiese Tiefdruckgebiet hat sich wohl nun endgültig verzogen. Noch dazu steht heute doppeltes Bergfest an! Mit 1700 Kilometern die Hälfte der Strecke UND der höchste Punkt der Tour auf dem Söndalsfjell Richtung Lom.


So schieben wir uns entlang der üblichen Streckenverschönerung aus ungezählten Seen, Wasserfällen, Fjorden usw. stetig bergauf. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das in diesem Rennen noch sagen würde, aber es ist HEISS! Zum Glück wartet überall Abkühlung, und die Buffs, die zwei Tage vorher noch über beide Ohren gezogen den peitschenden, eiskalten Regen abgehalten haben, werden nun in eisige Wasserfälle getaucht und zur Abkühlung unter den Helm geklemmt. So schnell können sich die Zeiten ändern – in diesem Fall zum Guten!


Immer gut, ein Schokoladenfach am Rennrad zu haben ;-)

Wir schrauben uns also schwitzend die 40 km Anstieg zum Fjell hoch, und werden selbstverständlich wieder mit den schönsten Ausblicken belohnt! Oben tut sich eine Landschaft wie aus einer anderen (schönen!) Welt auf. Eine schmale Straße, die ein rennradfahrender Straßenbauer in seinen kühnsten Träumen entworfen haben muss, zieht sich wie eine Achterbahn über das sanfte Auf und Ab entlang des Fjells. Über dem funkelnden Bergsee schieben sich gelassen eisige Gletscher ins Tal. Die wenigen Autofahrer mustern uns neidisch und zücken ihre Kameras, als wir vorbeizischen. Grandios!


Anja im Schafsfell :-) mit meinen neuen Lammfell-Socken gehöre ich voll zur Gang!

Bis in den Ort Lom hinein zieht es sich dann noch ein bisschen, ja, es sind schließlich wieder langgezogene 40 km bergab, und so allmählich wird trotz Elektrolyttabletten ein gewisser Salz-Jeeper spürbar, nachdem uns den ganzen Tag die Sonne auf die Rübe geschienen hat. Diese geht schließlich auch schon um 5 Uhr auf... An der örtlichen Tankstelle wird dann also erstmal eine doppelte Ladung Pommes verdrückt, das Ganze mit Cola runtergespült – manchmal ist Junkfood doch die schnellste Methode, dem Körper das zu geben, was er braucht ;-)


Seht ihr die GEILE Straße da hinter mir? Und vor mir sieht's auch nicht schlechter aus, yeeeaha!

R-O-L-L-E-R-C-O-A-S-T-E-R-!

Es geht natürlich direkt wieder bergauf und ins nächste Fjell hoch, sodass wir wieder eine Campinghütte reservieren und wegen der erwarteten Ankunft gegen Mitternacht auch gleich wieder mit steckendem Schlüssel. Dies ist zum Glück nirgends ein Problem, in Norwegen sind ohnehin eigentlich immer alle Türen offen. Wir bestellen auch gleich Handtücher und 10-Kronen-Stücke für die Dusche mit vor. Planung ist alles!


Am höchsten Punkt der Tour, jetzt nur noch ins Ziel rollen (1750km)...

Beflügelt von unserem gesundheitsoptimierten Sportleressen rauschen wir das nächste Tal hoch, immer den Blick in die dichten Wälder um uns gerichtet, denn hier herrscht „Starker Elchverkehr“. Leider haben wir trotz der optimalen Uhrzeit jetzt in der Abenddämmerung (23 Uhr…) kein Glück, somit auch keine Sonderpunkte in unserem „Hund, Katze, Elch“-Spiel (wir haben inzwischen 10 Punkte pro Elch ausgelobt, um den Fokus hoch zu halten).


Auf 1434 Metern - und im Hintergrund ein Gletscher (und ein Christian :-)

Als wir schließlich an unserer Hütte angekommen sind, haben wir schon 2/3 des nächsten Anstieges geschafft und sind somit guter Dinge für morgen, wo es nochmal so richtig schön bergig werden soll. Aber das ist hier ja eher die Regel als die Ausnahme. Schade, dass unsere Freunde aus Hellas nicht mehr dabei sind, inzwischen sollten die sich ja eingefahren haben mit ihren dicken Gängen… Aber vermutlich sitzen die bereits in einem Osloer Gyrosrestaurant.


Lost im Fjell

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