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  • Anja Marwitz

Tag 8 Around Norway

Inselhopping


Nach einer erholsamen Nacht im Fährhäuschen sind wir zunächst guter Dinge, als wir unsere Sachen packen. Doch mit einem Blick von Streckenchef Christian auf die Fährzeiten unserer nächsten Fähre in ca. 30 km stellt sich erstmal Ernüchterung ein. Anders als alle anderen Fähren fährt diese nicht einfach immer von A nach B und retour, sondern macht irgendwelche unergründlichen Abstecher und fährt daher nur 4 Mal am Tag. Das nächste Mal in 45 Minuten. Das wird wohl selbst mit so einem Supersprint wie gestern nix. Unsere Stimmung ist endgültig im Keller, als sich die 24-Stunden-Tankstelle, die wir uns für ein ausgiebiges Frühstück zurechtgelegt haben, sich als Selbstbedienungs-Station ohne Shop entpuppt. Mürrisch rollen wir bis zum Fähranleger und finden dort immer noch nix zu Futtern, dafür wenigstens wieder ein gemütliches Fährhäuschen. Na gut, 2 zusätzliche Stunden Schlaf als kleines Überraschungsgeschenk nehmen wir auch gerne mit.


Zwangspause im Fährhäuschen - unverhofft kommt oft

Auf der Fähre gibt es dann schließlich den heißersehnten Kaffee, dazu Instantsuppe, und schon steigt die Stimmung. Und wird mit jedem Kilometer, der auf dieser Etappe bis zur dritten Fähre folgt, immer besser. Dank Zusatzschlaf sind wir fit wie ein paar aussortierter Turnschuhe. Und dann die überraschende Info: Team Syrtaki, unsere schärfste und einzige Konkurrenz, ist noch vor der ersten Fähre ausgestiegen! Warum, ist bis heute ungeklärt, wir vermuten eine zermürbende Mischung aus uns, also dem allemannischen Dream-Team (welcher Patriarch lässt sich schon gerne von einer Frau im Anstieg düpieren? Noch dazu einer Frau mit Regenhose?). Zudem gab es in den letzten Tagen möglicherweise Probleme mit Übernachtungsmöglichkeiten, denn vieles ist jetzt in den Sommerferien ausgebucht. Oder die Knie haben den marsianischen Kampfübersetzungen nach diesen brutalen Bergetappen nicht mehr standgehalten. Egal, für uns gilt nun: Irgendwie überleben, und die Paarwertung gehört uns!


Ohne die Gyros-Götzen im Nacken fährt es sich gleich viel unbeschwerter ;-)

Das Überleben wird uns heute leicht gemacht, denn was wir heute fahren, ist eine absolute Traumetappe! Die Straßen sind leerer als leer und scheinbar extra für uns frisch asphaltiert. Die norwegische Postkartenkulisse gibt nochmal alles: Wasserfälle, reißende Flüsse, auf denen die Schaumkronen in der Sonne glitzern, Wildblumen in allen Farben. Man kann sich kaum entscheiden, ob die rhythmischen Anstiege durch urige Wälder, oder die rasanten Abfahrten mit schönster Aussicht einem besser gefallen.



Schließlich landen wir unversehens auf dem unwirklich wilden Gaularfjellet, also ein kleines Fjell. Gar nicht klein ist jedoch die absolut gigantische Abfahrt, bei deren Anblick es mir die Freudentränen in die Augen treibt! Gaularfjelletvegen, warum hab ich davon noch nie gehört? Alpe d’Huez und Konsorten können einstecken! In verwegenen Kehren geht es vorbei an Wasserfällen hammersteil runter zum nächsten Fjord! Juchee!


Kehren bis zum Abwinken! Nur für uns!

Um dem ganzen Sahnetag noch die Krone aufzusetzen, fahren wir noch 2 Stunden lang in einen perfekten Sonnenuntergang über’m spiegelglatten Fjord, der sich von orange über rot zu lila färbt. Erschöpft aber glücklich besteigen wir die letzte Fähre und kommen kurz darauf in unserer Campinghütte an. Was für ein Tag!



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