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  • Anja Marwitz

Around Norway – Wikinger on Wheels ;-)

Ab Samstag, den 29. Juni kleine Norwegen-Rundfahrt

Während wir mit Auto, Wohnwagen und zwei mit Leuchtstickern beklebten Rennrädern auf die Fähre nach Oslo warten, kommen hier noch ein paar Infos für unsere treuen „Dot-Watcher“, die uns moralisch beim kommenden Rennen unterstützen. Vielen Dank schon mal dafür! Das Wissen, dass irgendjemand zu Hause hockt und mit seinem Bildschirm schimpft, wenn sich unser GPS-Signal mal wieder nicht von der Eisdiele wegbewegt, motiviert ungemein ;-)


Erster Plattfuß des Rennens - leider nicht der einzige ;-)

Around Norway findet zum ersten Mal statt, und der Organisator Michael Wacker aus Rheine hat hohe Maßstäbe angesetzt: 3.400 km, 38.000 Höhenmeter, Gegenwind-Garantie – und das Ganze in höchstens 14 Tagen! Das bedeutet rund 230 km und 2700 Höhenmeter am Tag, zwei Wochen lang non-stop…

https://www.adventurebikeracing.com/aroundnorway/

Wer hätte gedacht, dass Norwegen so groß ist? Wenn man die Route von Osnabrück nach Aleppo, Syrien, bei Google Maps eingibt, hat die Strecke die gleiche Länge ;-) Das ist doch mal `ne Ansage! Viele potenzielle Fahrer haben sich wohl etwas von den harten Fakten abhalten lassen, denn an der Startlinie werden wohl nur 11 Fahrer stehen. Und eine Fahrerin ;-) Doch wenn die Jungs glauben, dass ICH denen mal wieder Windschatten gebe, haben die sich geschnitten! Denn das ist bei dieser Art von Rennen strikt verboten, außer für Zweier-Teams. Also da Christian meinen Schlafsack für mich schleppt (an meinem megatollen Aero-Lenker passt leider kein Triathlon-Aufsatz, um das Ding festzuknoten…), darf der sich vielleicht mal hinter mir ausruhen.

Auch ansonsten haben wir noch ein paar Ausrüstungs-Optimierungen vorgenommen (außer Umverteilung auf Christian). Unser neues Zelt Nordisk Lofoten Ultralight Race wiegt nur 650 Gramm, wodurch wir ca. 300 Gramm gegenüber zwei Biwaksäcken sparen. Und bei dem zu erwartenden Dauerregen auch noch wesentlich trockener ;-) Und meine sündhaft teure Goretex Shakedry Regenjacke spart auch nochmal 100 Gramm. Geil, da hab ich doch gleich eine Tafel Schokolade extra eingepackt :-D

Etwas Stress gab es natürlich dann doch noch, bevor alles soweit rennbereit war… Trotz Bestellung 10 Tage vor Abfahrt war die neue Isomatte wegen Lieferverzögerungen nicht rechtzeitig da. In das neue superleichte, superenge Zelt passen natürlich nur superkleine Isomatten… Deshalb musste ein Kurzmodell her, auf dem man nur bis zur Hüfte draufliegt, die Füße müssen dann beim Mitschläfer untergebracht werden. Spart aber nochmal 200 Gramm!


Abfahrtbereit! Der Wohnwagen wird derweil an der Skisprungsschanze Holmenkollen in Oslo geparkt...Hoffentlich mit baldigem Wiedersehen!

Noch nie habe ich so den Paketboten herbeigesehnt, bereit, ihm wie in der Zalando-Werbung um den Hals zu fallen… Doch der Einzige, der an der Tür klingelte, war mein Vater, um die Wohnung einzuhüten. Zwar auch sehr schön, jedoch nicht so hilfreich in Anbetracht harter, kalter Nächte mit dem wunden Hinterteil in irgendwelchen mückenversuchten norwegischen Pfützen…

Also, Plan B: Mit dem Wohnwagen im Schlepptau einmal quer durch Hamburch, nachdem Christian erst die Konzernverwaltung statt der Filiale eingegeben hatte… (wenn man dem Mann EIN MAL die Navigation überlässt!). Und, juhuu, es gab noch die gesuchte Mini-Matte! 160 Euro für 170 Gramm. Egal! Noch schnell den Globetrotter-Verkäufer abgeknutscht und ab durch die Midde (nach dem obligatorischen Franz-Brötchen beim Bägger nebenan. Moin.)

Doch kaum dachten wir, nun alles im Griff zu haben, schon fahren wir durch eine dänische Baustelle und irgendwas rumpelt verdächtig. Kurze Zeit später: *krach*bumm*rüttel* Scheiße! Ich fürchte schon, ein Rennrad hätte sich gelöst und klemmt jetzt unter’m Wohnwagen. Doch Christian bewahrt die Ruhe, lässt auf dem Standstreifen ausrollen, und dort betrachten wir das Malheur: Der rechte Reifen des Wohnwagens ist geplatzt und hängt nun wie ein Lappen von der Felge. Puh! Nicht gerade toll, aber auch nichts, was einen Ingenieur aus der Ruhe bringt. Bis zur nächsten Ausfahrt gerollt, Warndreieck aufgestellt, Wohnwagen auf den Standfüßen hochgeschraubt und Reserverad dran. Genial! Statt in meiner Warnweste undekorativ rumzustehen und dem Mann beim Schwitzen zuzuschauen, geh ich mal lieber zum 7/11 an der nächsten Tankstelle und besorge Wraps, Aloe-Vera-Saft und Schoki. Für die Nerven. Als ich wiederkomme, bleibt mir nur noch, das Warndreieck einzusammeln und einzusteigen. Christian ist wie ein lebendes Multi-Tool! Mit einem kleinen Schrecken davongekommen rollen wir schließlich ohne weitere Vorkommnisse zur Fähre.

Also, soweit alles startklar! Nun nur noch eine Nacht auf dem Campingplatz, danach unseren Wohnwagen Natascha irgendwo bei Oslo im Gebüsch verstecken, und dann am Samstag 15 Uhr von der Pole-Position Richtung Bergen durchstarten!

Ihr könnt unser wieder live verfolgen!

Unter www.adventurebikeracing.com/aroundnorway

findet ihr Infos, Fotos und die GPS-Live-Tracking Seite mit allen Fahrern. Drückt uns die Daumen! Am 14.7. sollten wir spätestens im Ziel sein, und sobald meine Füße dann direkt vom Wohnwagen aus in einem See baumeln, werden hier auf dem Blog die Rennberichte und Fotos folgen :-)

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